Eichenförderung

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Eichenwälder sind ökologisch sehr wertvoll. Dieser Wert steigt, je grösser und zusammenhängender die Flächen sind. Der Anteil an Eichen im öffentlichen Wald der Stammertaler Gemeinden ist mit Waltalingen 8%, Oberstammheim 9%, Unterstammheim 12% zwar deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt, hat aber auch hier in den letzten 100 Jahren kontinuierlich abgenommen. Im Privatwald bestehen keine Zahlen, der Anteil dürfte aber eher niedriger sein.

Schon seit längerer Zeit wurde die die Bedeutung der Eiche als Natur- und Kulturgut erkannt. Dies führte zur Erarbeitung eines kantonalen Eichenförderungsprojektes für die Gemeindewälder von Ober- und Unterstammheim. So sind in Unterstammheim 70 ha (1/3 des Gemeindewaldes!) und in Oberstammheim 21.7 ha mit einem hohen Eichenanteil als förderungswürdig ausgeschieden worden. 


Eichen beherbergen eine ungewöhnliche Vielfalt von Insekten (bis zu 1000 Arten in einer Krone). Keine andere heimische Baumart beherbergt eine so grosse Zahl von Tierarten. Die Eiche ist Nahrungshabitat der Raupen von vielen Schmetterlingsarten. Alte Eichen mit gut ausgebildeter Krone weisen – selbst wenn sie gesundsind – einen hohen Anteil an totem und morschem Holz im Kronenbereich auf.


Neben Vögeln wie dem Mittelspecht nutzen auch zahlreiche Kleinsäugerarten wie Sieben- und Gartenschläfer, verschiedene Maus- sowie Fledermausarten die günstigen Lebensbedingungen welche ein eichenreicher Wald bietet.

Wichtigster Indikator für förderungswürdige Eichenwälder ist der Mittelspecht. Die Entwicklung des Mittelspecht-Bestandes ist sehr eindrücklich: 2003 war kein Vogel mehr nachzuweisen und bis 2011 vervielfachte sich der Bestand auf 17 Paare. Auch wenn wieder ein Rückgang auf 11 Paare festgestellt werden musste, bleibt der  Stammerberg – Oberstammheim beherbergt weitere 5 Paare -  ein wichtiger Brutplatz für den Mittelspecht im Kanton Zürich und ein wichtiger Trittstein für die Population im Kanton Thurgau.


Die erfreuliche Zunahme dürfte einerseits mit der Erwärmung und der damit verbundenen verbesserten Nahrungsgrundlage zusammenhängen. Diese Entwicklung lässt sich in ganz Europa beobachten. Andererseits zeigen die Eichenförderungsmassnahmen ihre Wirkung, was die überproportionale Entwicklung erklären könnte.